Kategorien
Serienreviews

26: Serienreviews (1): „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ Staffel 1 (2012)

Ich habe zwischen dem 18.08.2020 und dem 25.09.2020 die erste Staffel der Krimiserie „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ (AUS 2012; 13 Folgen) auf der Streamingplattform Netflix gesehen.

Inhalt

Die ca. 1890 geborene Miss Phryne Fisher kehrt 1928 in ihre Heimat Melbourne zurück, nachdem sie die Phase des Ersten Weltkriegs sowie die Nachkriegszeit in Europa verbrachte. Zum anfänglichen Leidwesen des örtlichen Inspektors Jack Robinson beginnt Phryne, sich in Kriminalfälle einzumischen und arbeitet fortan als Privatdetektivin, wodurch sie regelmäßig Zugang zu Tatorten oder Verdächtigen bekommt. Im Laufe der Staffel erhält sie unter anderem Unterstützung durch die junge Dorothy Williams, die Phryne als Hauswirtschafterin einstellt. Dorothy verliebt sich wiederum in Constable Hugh Collins, der Inspektor Robinson bei Ermittlungen zur Seite steht…

Kritik

Die australische Krimiserie auf Basis der Romanreihe Phryne Fisher Mysteries von Kerry Greenwood gibt ein anschauliches Bild der „westlichen Gesellschaft“ während der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhundert wieder. Immer wieder werden Schlüsselthemen der Epoche, wie etwa die Emanzipation der Frau oder der technische Fortschritt herausgestellt. Phryne verkörpert hierbei eine starke Frau mittleren Alters der gesellschaftlichen Oberschicht, die sich durch ihre Kombinationsgabe den Respekt des Inspektors erwerben kann und unter anderem durch ihren meist sehr präzisen Umgang mit dem Revolver in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen. Auch das Fahren eines eigenen Autos und sogar das Fliegen zu Beginn der Staffel (Episode 3) stehen für einen gewissen Aufbruch in die Moderne, wenngleich Phryne doch immerzu eine Ausnahme inmitten ihrer Gesellschaft darstellt und mit deren Konventionen bricht. Nichtsdestotrotz sind ihr klassische Werte des „gehobenen Standes“ wie gutes Benehmen wichtig; jedoch werden auch diese Aspekte ab und zu kritisch beleuchtet (Episode 9). Phryne ist zudem ungebunden und verkehrt im Laufe der Staffel mit wechselnden Liebhabern. Die Grenzen der sexuellen Freiheit im 20. Jahrhundert sind somit ebenfalls ein Leitmotiv der Serie. Inspektor Robinson stellt einen sachlich-nüchternen Polizeichef dar, der sich allerdings im Laufe der Staffel Phrynes Einmischungen immer mehr öffnet. Die Handlungen der Folgen sind in sich abgeschlossen, wobei es größere Handlungsstränge gibt, die in einem finalen Zweiteiler ihren Höhepunkt finden. Hierbei werden persönliche Themen, unter anderem auch Phrynes Vergangenheit aufgegriffen. Konservative und fortschrittliche Elemente ziehen sich so durch die gesamten 13 Folgen hindurch und spiegeln sich am deutlichsten in der sich anbahnenden Romanze zwischen Dorothy und Hugh wider.

Visuell trifft die Serie in herausragender Weise den Geist der Epoche. Sei es das Staging inmitten von Phrynes Anwesen, dem Melbourner Polizeirevier und den Tatorten (Theater, Zeitungsredaktion, Strand etc.) oder die Requisiten mit für mich besonderer Würdigung der Fortbewegungsmittel (Autos, Flugzeuge) und technischen Neuheiten (Kommunikationsnetzwerke, Waffen): Miss Fishers Ermittlungen sind stets bildgewaltig inszeniert und verhelfen so der Serie zu ihrem weltweiten Erfolg (Verkauf in über 120 Länder).

Lieblingsepisoden

2: Mord im Ballarat-Express (Murder On The Ballarat Train)

10: Tod durch Unfall (Death By Miss Adventure)

13: Der Fluch von König Memses (King Memses‘ Curse)

10/10

Von Songs And Movies

24 y/o
* Eurovision Song Contest
* Popmusik
* Filme
* Serien

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s